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Eine deutsch- südafrikanische Perspektive

This blog post is a response by Dr. Anna Wertlen to a friend's commentary on the eKhaya ICT website, living in South Africa and South Africa in the German media.

Dieser Blog-Artikel wurde von Dr. Anna Wertlen als Antwort auf die email einer Freundin verfasst. Hier können Sie einen Ausschnitt aus der email und die Antwort darauf lesen:
Ich finde Eure Homepage und vor allem den dahinter
stehenden Inhalt prima. Wie ist es denn für Dich, in
Südafrika zu leben? Ich weiß ja selbst von meiner
Reise nach Sambia und von den Afrika-Connections
unserer Arbeitsgruppe, dass das Bild hier in den
Medien stark verzerrt dargestellt wird, aber über
Südafrika wird wirklich ausschließlich negativ
berichtet (und ich meine nicht die BILD...): die
Fußball-WM, AIDS, und vor allem die anhaltende
Gewalt. Mich interessiert es, wie es wirklich ist.
Konntet Ihr unbeschwert durch Kapstadt reisen; ich
meine, da wohnen ja auch Menschen, das kann ja nicht
so eine Katastrophe sein.
Schade, daß Deine und andere Zeitungen so ein schlechtes Bild von Südafrika zeichnen. Es stimmt natürlich, daß die Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Korruption und Aids hier ein großes Problem sind. Aber es wird halt auch alles immer aus der wohligen, wohlhabenden deutschen Perspektive kritisiert, die dem Kritiker seine schöne Sicherheit gibt.

Jedem Hartz IV Empfänger geht es blendend, verglichen mit den arbeitslosen Menschen, die hier leben. Und trotzdem hört der in Deutschland lebende nicht auf zu nölen und zu meckern, während ich die Grundstimmung in der Region, in der ich lebe, als eher positiv empfinde. Die Leute machen aus allem das beste, solange sie nicht in die Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol geraten sind.

Z.Z. steht dem Land ein Wechsel bevor, da ein neuer Präsident gewählt werden soll. Über Zuma und Mbeki hast Du sicherlich auch viel Kritik gelesen, daß sie korrupt sind, lügen usw. Das stimmt natürlich, aber im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Ländern wird hier offen darüber berichtet und nachgeforscht. Es herrscht Pressefreiheit. Und mal im Ernst, war Schröder nicht auch korrupt? Und wurde Bush trotz seiner Lügen nicht auch wieder gewählt? Immerhin hat Mbeki es geschafft, das Land nach Mandela einigermaßen zu stabilisieren, und Zuma hat es geschafft, die Zulu und die Xhosa (die beiden größten südafrikanischen Volksstämme) einigermaßen miteinander zu versöhnen.

Das sind für Afrika vielleicht die wichtigsten Grundvorraussetzungen (siehe Kenia, Simbabwe etc.). Ich treffe hier auch an allen Ecken und Enden auf Leute wie uns, die lokal etwas verbessern wollen, sich für Kinder, Frauen, Aidskranke, Blinde und andere "Minderheiten" einsetzen, Arbeitsplätze schaffen und die verschiedenen ethnischen Gruppen in Südafrika zueinanderbringen. Wer keinen Arbeitsplatz hat, schafft sich einen. Das scheinen die Weißen von den Schwarzen in Südafrika gelernt zu haben. Den Deutschen würde etwas mehr Kreativität auch ganz gut tun, aber wer hat sie ihnen gelehrt?

All diese Projekte und Investitionen kommen vor allen Dingen von den Menschen unserer Generation, die in einem Staat aufgewachsen sind, der sie von vorne bis hinten belogen hat, sie in den Krieg geschickt hat, die Apartheid erfunden hat. Anstatt sich aus der Verantwortung zu ziehen, tun diese Menschen genau das Gegenteil. Ich finde das sehr beachtlich und bewundernswert. Das haben auch viele europäische, amerikanische und andere Menschen schon entdeckt und sich entschlossen, mit den Südafrikanern zusammenzuarbeiten, sich für sie einzusetzen. Es wäre schön, wenn auch darüber im Ausland wie innerhalb Südafrikas in der gleichen Weise berichtet würde wie über die Schwierigkeiten des Wandels in einem Land, das sich langsam zu einem freien, starken, demokratischen und sozialen Staat entwickelt.

Wenn man die Regeln beachtet, die in diesem Land herrschen, dann kann man sich frei bewegen und muß nicht in Angst leben. Man darf allerdings nicht den
Fehler machen und denken, daß man sich wie in Europa benehmen kann, nur weil Kapstadt so europäisch wirkt. Für Europäer "normale" Verhaltsweisen können hier provozierend wirken, wie in jedem anderen Land auch. Auf der anderen Seite haben die Touristen vielleicht auch viel zur innersüdafrikanischen Völkerverständigung beigetragen, indem sie sich gegenüber Weißen und Schwarzen gleich verhalten haben und somit vielleicht oft mehr Respekt gezeigt haben als die Südafrikaner untereinander, egal ob schwarz oder weiß.
By: Ron Wertlen [permalink]
Posted: January 13th 2008 04:09

Hinter den Kulissen: eKhaya ICT und OLPC an der Mndwaka Schule

Übersicht:

eKhaya ICT arbeitete zusammen mit dem Schweitzer Fernsehen an einer Dokumentation über OLPC (Ein Laptop pro Kind-Programm). Wir wählten die Mndwaka Grundschule für diesen Film, weil sie eine sehr ambitionierte Schule ist, die immer wieder den lokalen Gesangswettbewerb gewinnt, obwohl sie sehr arm ist. Das OLPC-Programm fügt sich sehr gut in unsere Strategie der nachhaltigen Entwicklungsarbeit ein, denn eine Entwicklung der Infrastuktur in ländlichen afrikanischen Gebieten ist nur möglich, wenn sie parallel zu einer Entwicklung der Bildung läuft.

Link zum Video auf SF.TV (Dateigröße 130MB)

Webseite zum Film auf 3Sat

Fotogallerie vom Drehtag an der Mndwaka Schule

Gallerie der Fotos, die die Schüler von sich selbst mit Hilfe der Laptop-Kamera machten

Hintergrund:

eKhaya ICT wurde kürzlich von einem schweizer Filmteam kontaktiert, das einen Kulturbeitrag zum Thema OLPC drehen wollte. Deren Auflagen waren eine ländliche Schule mit sehr schlechter Ausstattung und möglichst junge Schüler, da der Laptop vorrangig für Schüler unter 15 Jahren entworfen wurde.

Es war sehr schwierig zu entscheiden, ob wir dieses Projekt überhaupt unterstützen sollten. eKhaya ICT arbeitet z.Z. eher mit Oberschulen. Es war klar, daß jede Grundschule, die wir kontaktieren würden, uns und das Filmteam mit offenen Armen empfangen würde, bevor sie die Möglichkeit hätten zu verstehen, worum es sich bei dem Film handelt. Wir mußten also sehr vorsichtig sein und erklären, daß wir keine weiteren Versprechen, beispielsweise bezüglich einer Laptop-Ausstattung geben könnten. Wir erklärten, daß es sich nur um eine sehr kurze Dokumentation handeln würde, und daß der Film nur in Europa gezeigt wird. Der Schuldirektor, Herr Gqokoza war dennoch damit einverstanden sowie grundsätzlich an jeder Kooperation mit eKhaya ICT interessiert. Wenn man Schuldirektor eine extrem armen Schule ist, dann greift man jede Gelegenheit beim Schopfe, sei es auch “nur” eine Langzeitinvestition. Er überzeugte uns, und wir begannen mit den Filmarbeiten.

Wir wählten die Mndwaka Grundschule aus, weil sie eine sehr ambitionierte Schule ist, die immer wieder den lokalen Gesangswettbewerb gewinnt, obwohl sie sehr arm ist. Für die 722 Schüler stehen nur zwei reguläre Klassenräume und vier weitere provisorische Klassenräume in unfertigen Häusern, z.T. aus Blech, zur Verfügung. Viele Unterrichtsstunden müssen draußen abgehalten werden, was dazu führt, daß der Unterricht oft unterbrochen wird. Es gibt kein fließendes Wasser und die Solaranlage, die vor sieben Jahren installiert wurde, wurde im Jahr 2005 gestohlen. Trotz alledem sind die Schüler voller Energie und Tatkraft, was uns in beeindruckensder Weise während der Gesang- und Tanzvorführungen vor Augen geführt wurde.

Der Enthusiasmus des Schulchors hielt uns fast vom Filmen ab. Es wurde während fast aller Interviews und Drehs in den Klassenräumen gesungen. Leider wurden letzendlich nur Sequenzen ohne Gesang im Fernsehen gezeigt. Nach den Interviews dankte uns die Schule für unser Kommen mit einer Tanzvorführung mit Stammes- und modernen Tänzen. Dieser Aufwand zeigte uns, daß sich die Schüler, die Lehrer und die Gemeinde dagegen wehren, als ländlich und archaisch bezeichnet zu werden. Sie wollen mit der Zeit gehen und lechzen förmlich nach Anbindung an den Rest der Welt. Ich hoffe, daß das Filmteam sein Versprechen wahr macht und aus der Fülle von Filmmaterial eine schöne kleine Dokumentation herausschneiden kann, damit diese wunderbaren Aufnahmen nicht verlorengehen. Es wäre schade, wenn wir den Schülern und Lehrern der Mndwaka Schule nach all dieser Mühe nur einen kleinen 6min Clip auf Deutsch zeigen könnten.

Ich bin überzeugt, daß die Anbindung der Entwicklungsgebiete an die entwickelten Gebiete mit Hilfe eines Programmes wie des OLPC funktionieren kann, in dem minimal invasive Methoden die klassische Art des Lernens unterstützen. Ich bin mir sicher, daß die ländlichen Gebiete von dieser Anbindung profitieren werden, und dadurch auch der Rest der Welt. Wer argumentiert, daß Computer nicht helfen können, wenn nicht genug Wasser, Essen, Elektrizität und Mobilität vorhanden sind, hat etwas grundsätzlich nicht verstanden. Ich glaube, daß eine nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur in afrikanischen ländlichen Gebieten nur funktioniert, wenn sie Hand in Hand mit der Bildungsentwicklung der Gemeinden geht. Ein abgestimmtes Programm ist notwendig, das den Gemeinden hilft, ihre Infrastruktur selbst aufzubauen, um Macht über ihr eigenes Tun zu gewinnen. Eine so gestärkte Gemeinde kann folglich nicht mehr verarmen.
By: Ron Wertlen [permalink]
Posted: November 18th 2007 09:02






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